Inhalte der Vorträge des Symposiums 2009.
1 Pricingstrategien bei Informationsanbietern
Dr. Jochen Strube, Simon-Kucher & Partners
Informationsgüter zeigen eine Reihe technischer und ökonomischer Eigenschaften, die sie klar von anderen Gütern und Dienstleistungen abheben. Grundsätzlich gilt: Die besondere Kostenstruktur mit hohen Fixkosten und vernachlässigbaren variablen Kosten ermöglicht einen großen Gestaltungsspielraum bei der Wahl der Preis- und Erlösmodelle. Doch welche weiteren Aspekte beeinflussen die Preisgestaltung bei Informationsanbietern und welche Strategien stehen Ihnen zur Verfügung? Der Vortrag gibt eine Einführung in diese Fragestellung, indem die wichtigsten Charakteristika von Informationsgütern und deren Einfluss auf die gängigen Preis- und Erlösmodelle vorgestellt werden.
2 Pricing von Unternehmensinformationen
Anja Rotering, Creditreform - E-Commerce und Online Marketing
Das gewandelte Informations- und Medienkonsumverhalten eröffnet traditionellen Firmeninformationsanbietern neue Geschäftsmodelle: So dienen heute kostenlos angebotene Firmendaten als Ermöglicher von Online-Werbung, indem sie als indizierbare Inhalte für die Robots der allgemeinen Suchmaschinen Besucherströme auf die Website locken und damit eine Monetarisierung des Traffics ermöglichen. Zwangsläufig muss man sich mit der Frage auseinandersetzen, ob man einer "Entwertung" der Informationen Vorschub leistet, wenn man sie gleichrangig neben anderen kostenlosen Online-Angeboten platziert. Diese kostenlosen Inhalte dienen aber gleichzeitig als Teaser für weitere kostenpflichtige Informationen, die zeitgemäß im Einzelabruf (Pay as you go) mit Online-Bezahlverfahren abgerechnet werden können. Während für die Zielgruppe "vagabundierender Internet-Nutzer" das Pricing möglichst einfach gestaltet werden sollte, verlangen professionelle Anwender mit erhöhtem oder hohem Informationsbedarf individuelle volumenabhängige Tarife.
3 Pricingstrategien von Internetdienstleistungen
Prof. Dr. Gerald Lembke, Duale Hochschule Mannheim - Medienmanagement & Kommunikation
Die Zeiten der angebotsorientierten Preisfestsetzung für Digitale Güter im Internet, im Besonderen für Dienstleistungen sind vorbei. Interaktion mit der Zielgruppe sind gefragt und Preise werden digital verhandelt. Am Beispiel der Entwicklung eines Online-Beratungsportals wird das Vorgehen der idealen Preisfindung über den Entwicklungszeitraum von drei Jahren erläutert und kritisch reflektiert.
4 Preisbildungsmodelle für eBooks
Klaus Tapken, Missing Link – International Booksellers
Seit einigen Jahren geistert das Thema eBooks durch die Medien. Aber erst in den letzten Monaten scheint sich die Tür zu einem Massenmarkt zu öffnen. Die Umsätze sind noch gering, aber die Phantasien blühen. Wer aber macht die Preise? Es gibt bei vielen Marktteilnehmern kein klares Pricing, es wird vieles ausprobiert und langsam entwickeln sich erst Strategien.
5 Pricing von Datendiensten im Mobilfunk: Alles flat?
Dr. Michael Maas, T-Mobile International - Strategic Pricing
Das Pricing von mobilen Datendiensten hat sich international in den letzten Jahren stark verändert: Von einer pro-Megabyte Bepreisung und kleinen Paketen zu günstigen pay-for-use Raten und unlimitierten Tarifen und Optionen. Getrieben durch eine neue Generation von Internet-Handies werden verstärkt all-in-one Pakete angeboten. Besonders bei Datendiensten ist 'Flat' eine Haupt-Forderung von Kunden. Die Annahme, dass das Pricing jetzt besonders einfach ist, stimmt nur bedingt: In diesem Vortrag wollen wir diskutieren, was ein 'gutes' Pricing aus der Sicht des Kunden ausmacht und wie diese Erkentnisse praktisch gewonnen werden. Gleichzeitig sollen die Anforderungen aus Unternehmenssicht erläutert werden um in diesem Spannungsfeld ein 'optimales' Pricing-Grid zu entwickeln.
