Information als Öffentliches Gut

„Öffentliche Güter unterliegen weder dem Ausschlussprinzip noch dem Konkurrenzprinzip der Güternutzung.“ (1) Das bedeutet zum einen, dass man niemanden daran hindern kann ein öffentliches Gut zu nutzen und zum anderen, dass durch die Nutzung einer Person, andere Marktteilnehmern keine Beeinträchtigung erfahren (Nicht-Rivalität). Typische Beispiele für öffentliche Güter sind die nationale Verteidigung, Leuchttürme, öffentliche Straßen sowie Fernseh- und Rundfunkübertragungen. (1)

Die beiden Charakteristika von öffentlichen Gütern haben unterschiedliche Wirkungen:

Nicht-Rivalität im Konsum ist eine Eigenschaft, die bedeutet, dass alle Marktteilnehmer das Gut gleichermaßen nutzen können, ohne dass sich dadurch Qualität, Menge oder Umfang des Gutes verringerern. Eine gegenseitige Einschränkung liegt also nicht vor. (2) So garantiert z.B. die Polizei Recht und Ordnung für alle Bürger, ohne dass die zur Verfügung gestellten Leistungen für den einzelnen dadurch qualitativ leiden. Öffentlich zugängliche Sendungen von Rundfunk- und Fernsehanstalten können von beliebig vielen Geräten empfangen werden, ohne dass die Qualität der einzelnen Sendung abnimmt.

Beim Ausschlussprinzip geht es dagegen um die Frage, ob man interessierte Nutzer vom Konsum des Gutes abhalten kann. Bei öffentlichen Gütern – so die gängige Meinung – kann man das nicht. Schaut man sich das Beispiel der von den öffentlich-rechtlichen Sender ausgestrahlten Programme an, so ist das auf den ersten Blick auch richtig. Betrachtet man allerdings die privaten Bezahlsender, so stellt man fest, dass ein Ausschluss technisch sehr wohl möglich ist – er wird über die Kodierung sichergestellt. Nur wer einen Dekoder hat, kann die Sendungen, z. B. von Premiere, sehen. Hier wird deutlich, dass es kein Wesensmerkmal eines Gutes ist, öffentlich zugänglich zu sein, sondern es sich um eine gesellschaftliche Entscheidung handelt, ob man z.B. Personen, die keine Rundfunkgebühren bezahlt haben, von der Nutzung ausschließen will oder nicht. (2)

Speziell für Informationsgüter gilt: nur wenn sie geheim gehalten, rechtlich (z. B. durch Patente) und/oder mit technologischen Mitteln (z. B. DRM) geschützt werden, kann das Ausschlussprinzip angewandt werden. Bei den allermeisten Informationsgütern liegt keine Nutzungsrivalität vor, das Konkurrenzprinzip gilt dann nicht. Ursprünglich private Informationsgüter, die ungeschützt veröffentlicht werden, mutieren somit schnell zu öffentlichen Gütern. (3)

Quellen:

  1. Mankiw, N,G.: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre. 3 Ausgabe. Schäffer-Poeschel Verlag: Stuttgart 2004, S. 245ff
  2. Varian, H, R.: Markets for information goods. Working Paper HC79.I55V367, Institute for Monetary and Economic Studies, Bank of Japan, Tokyo, Japan, 1999, S. 6-7. [Stand 2007-11-29]
  3. Linde, F.: Ökonomie der Information. Universitätsverlag Göttingen: Göttingen 2005. S 6ff. [Stand 2007-11-29]