Informationsrecht

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„Informationsprozesse in allen gesellschaftlichen Bereichen schaffen bisweilen … eine Reihe von Konflikten, die aus der unterschiedlichen Interessenslage der daran Beteiligten oder davon Betroffenen natürlicherweise herrühren. Je mehr sich die Interessensgegensätze im Zuge des Ausbaus des Informationsmarktes und dessen verstärkter Kommerzialisierung zuspitzen und je mehr wir uns tatsächlich von einem hochindustrialisierten Gemeinwesen zu einer Informationsgesellschaft entwickeln, um so mehr ist die Schaffung und Anwendung eines rechtlichen Regelwerkes zu deren Befriedigung erforderlich.“ (1)

Unter Informationsrecht verstehen wir ein solches „rechtliches Regelwerk“, das „sich auf den Einsatz der Informationstechnik, die sich daraus ergebenden Folgen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft sowie generell auf Informations- und Kommunikationsvorgänge“ (2) bezieht. Aber auch „die jeweils einschlägigen rechtlichen Regelungen …, die sich auf das Rechtsverhältnis zwischen einem Informationsanbieter und einem Nutzer beziehen“ (2), fallen darunter.

Allerdings ist man sich weitgehend einig, „dass es sich bei der als »Informationsrecht« bezeichneten Rechtsmaterie weniger um ein eigenständiges Rechtsgebiet handelt als vielmehr um eine Querschnittsmaterie, die von ihrer Fragestellung her Normen aus allen traditionellen Rechtsgebieten erfasst.“ (3)

Quellen:

  1. Goebel, J.W.: Informationsrecht – Recht der Informationswirtschaft. In: Kuhlen, R. / Seeger, T. / Strauch, D. (Hrsg.): Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Band 1: Handbuch zur Einführung in die Informationswissenschaft und –praxis. 5. Auflage. K. G. Saur Verlag: München 2004, S. 91 – 92
  2. Kuhlen, R. / Seeger, T. / Strauch, D. (Hrsg.): Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Band 2: Glossar. 5. Auflage. K. G. Saur Verlag: München 2004
  3. Dreier, T.: Informationsrecht in der Informationsgesellschaft. In: Bizer, J. / Lutterbeck, B. / Rieß, J. (Hrsg.): Umbruch von Regelungssystemen in der Informationsgesellschaft: Freundesgabe für Alfred Büllesbach 2002. S. 66