Informationsmanagement

„Gegenstandsbereich des Informationsmanagements ist die effektive und effiziente Bewirtschaftung des Produktionsfaktors Information in Organisationen. Die Planung und Gestaltung der Informationsverarbeitung in Unternehmen, erfolgt aus Sicht des Informationsmanagements mit dem Ziel der Optimierung der Informationsversorgung und -nutzung in allen Unternehmensbereichen.“ (1)

Die Informationsgesellschaft entwickelt ein eigenes Verständnis des Informationsmanagements. Der Ausgangspunkt der informationswissenschaftlichen Ansätze liegen in diesem Zusammenhang in den Gebieten Informations- und Dokumentationsstellen, Bibliotheken, Archive und Schriftgutverwaltungen (Records Management). Diese Bereiche sind in vielen größeren Unternehmen vorhanden.

„Dabei werden als Bezugsobjekte vor allem Dokumente und externe Informationen betrachtet, die zumeist in unstrukturierter Form vorliegen. Im Zentrum des hier dominierenden Verständnisses steht das Management von Informationen, also der Beschaffung, Organisation, Distribution und Nutzung der Ressource Information zur organisationalen Aufgabenerfüllung.“ (2)

Dieses Verständniss stützt sich auf Funktionsbereiche, die ihr Ziel in der optimalen Bereitstellung und Nutzung der Ressource Information im organisationalen Leistungserstellungsprozess sehen. Diese Stellen sind unter anderem:

  • Knowlegde Center,
  • Competitive Intelligence Einheiten,
  • weiter Einrichtungen der betrieblichen Informationswirtschaft.

Informationsmanagement stellt so den Umgang mit Informationen in einer Organisation in den Mittelpunkt der Betrachtung. Hier wird in einigen Phasen in den Informationslebenszyklus eingegriffen:

  • Informationsbedarfbestimmung (Welche Informationen braucht eine Organisation?)
  • interne und externe Suche nach den benötigten Informationen
  • Erschließung und Organisation der Informationsressource
  • Wie und in welcher Qualität werden Informationsprodukte erstellt?
  • Distributionsphase (Auf welchen Kanälen soll wer, welche Informationen erhalten?)
  • Nutzung und Auswertung der vorhandenen Informationen
  • Optimierung der Informationsarbeit, so dass Organisationsziele erreicht werden (3)

Ziele des Informationsmanagements

„Ziele des Informationsmanagements sind Sachziele und Formalziele. Die Sachziele beschreiben den Zweck des Informationsmanagements, die Formalziele beschreiben, mit welcher Qualität oder Güte die Sachziele verfolgt bzw. erreicht werden sollen.“ (4)

Sachziele:

Das generelle Ziel ist hier das Potenzial der Informationsfunktion in einem Unternehmen zu bestimmen. Leistungspotenziale, die dazu dienen, die strategischen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Dieses Potenzial muss durch eine geeignete Informationsinfrastruktur nutzbar gemacht werden. Dabei sollte die Organisation als Ganzes betrachtet werden. Das bedeutet, dass bei der Verwertung der Leistungspotenziale der Informationsfunktion sowohl die innerbetrieblichen als auch die außerbetrieblichen Leistungspotenziale berücksichtigt werden, z.B. durch Beeinflussung kritischer Wettbewerbsfaktoren. Die innerbetrieblich und außerbetrieblich vorhandenen Leistungspotenziale sind keine Alternativen, sondern ergänzen sich gegenseitig.

Formalziele:

Das grundsätzliches Ziel des Informationsmanagements richtet sich auf die Wirtschaftlichkeit aus. Hierbei sollte man bemüht sein, entweder bei gegebenen Kosten der Informationsstruktur, das realisierte Nutzen zu maximieren oder bei einem gegebenen Nutzen die Kosten der Informationsstruktur so minimal wie möglich zu halten. Auf der strategischen Ebene können sechs Formalziele formuliert werden:

  • Sicherheit, d.h. das Vermeiden von Gefährdungszuständen
  • Produktivität, also das Verhältnis von Einsatz und Ertrag
  • Wirtschaftlichkeit (bzw. Effizienz), die sich aus dem Verhältnis zwischen der tatsächlich erreichten und der geplanten Kostensituation hinsichtlich einer bestimmten Leistungssituation ergibt
  • Anpassung, womit eine gewisse Flexibilität der Informationsinfrastruktur bezüglich quantitativer und qualitativer Veränderungen bezeichnet wird
  • Durchdringung, die den Umfang des Einsatzes von Techniksystemen in Unternehmen bezeichnet
  • Wirksamkeit und Effektivität, die sich in den entsprechenden Funktionen und Leistungen ausdrückt. (5)

Quellen:

  1. Definition Informationsmanagement, Fachrichtung 5.6 Informationswissenschaft Universitaet des Saarlandes [Stand 2007-12-10]
  2. Herget, J.: Informationsmanagement. In: Kuhlen, R. / Seeger, T. / Strauch, D. (Hrsg.): Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Band 1: Handbuch zur Einführung in die Informationswissenschaft und –praxis. 5. Auflage. K. G. Saur Verlag: München 2004, S. 246
  3. Herget, J.: Informationsmanagement. In: Kuhlen, R. / Seeger, T. / Strauch, D. (Hrsg.): Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Band 1: Handbuch zur Einführung in die Informationswissenschaft und –praxis. 5. Auflage. K. G. Saur Verlag: München 2004, S. 245 – 254
  4.  Brandtstädter, S. / Raupp, U. / Schneider, M. : Begriffe, Ziele, Aufgaben und Organisation des Informationsmanagements, Seminar „Informationswirtschaft“,  2001, S. 10 [Stand 2007-12-13]
  5. Brandtstädter, S. / Raupp, U. / Schneider, M. : Begriffe, Ziele, Aufgaben und Organisation des Informationsmanagements, seminar „Informationswirtschaft“, 2001 [Stand 2007-12-13]

Informationen zum Informationsmanagement

Bücher und Beiträge aus Sammelwerken

Vorträge, Manuskripte, Lehrmaterialien

  • Bauknecht, K. / Kneer, H.: Informationsmanagement II, Einführung in das Informationsmanagement, 2001
  • Bauknecht, K. / Kneer, H.: Informationsmanagement II, Einführung in das strategische Informationsmanagement, 2001