Kommunikation des Wissens

Fachliche Kommunikation und professionelle Informationsprozesse

Der Mensch hat im Laufe der Geschichte für sich das Bedürfnis nach Austausch und Wissensvermittlung über sich, und die Gesellschaft entwickelt. Dies resultierte aus der Notwendigkeit zur Bewältigung und zur Verbesserung der jeweiligen Lebenssituation.

In der heutigen Zeit sind Wissen und Information, und vor allem fachliche Kommunikationsprozesse, zunehmend komplexer geworden. Diese wiederum forcieren die Entstehung und Existenz professioneller Informationsprozesse, wie wir sie heute in Form der Recherche-Dienstleistungen, der Online-Abfrage von Datenbanken und andere Informationsdienstleistungen kennen.

Das Wissen im Sinne der fachlichen Erkenntnis verfügt über eine Eigenart. Neues Wissen kann in der Regel nur dann gewonnen werden, wenn es auf der Basis von vorhandenem Wissen aufbaut. Dieses Phänomen verlangt, dass das entstehende Wissen über die Zeit hinweg getragen wird. So wird die Existenz von Prozessen zur Speicherung des gewonnenen Wissen unumgänglich.

Vor vielen Jahrhunderten hat das Bibliotheks- und Archivwesen damit begonnen Wissen zu ordnen, zu verwalten und an andere weiterzuleiten.

Die Notwendigkeit, stabile Systeme der Wissensvermittlung zu erschaffen, ergibt sich aus mehreren Gründen:

  • Fortwährend wachsen neue Generationen auf, die sich die vorhandenen Erkenntnisse aneignen müssen, d.h. die Anzahl der Empfänger des Wissens nimmt zu. Darüber hinaus werden immer höhere Qualifikationen und Spezialisierungen auf einem Wissensgebiet erforderlich.
  • „Die Modernisierungsprozesse verlangen dem Einzelnen immer mehr an Wissen, Kenntnissen und kognitiver Flexibilität ab, um sich im Arbeits- und Alltagsleben orientieren und mit den Veränderungen Schritt halten zu können.“
  • Die Bedeutung konstruktiver Information wächst – vor allem in der Industrie und Wirtschaft – als strategisches Mittel zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen gegenüber der Konkurrenz, da viele Verwaltungs- und Entscheidungsprozesse nicht mehr transparent sein können.

„Beide Seiten des Charakters von Wissen, historisch kumulierendes Kulturgut und Organisationsprobleme der bedarfsgerechten Wissensvermittlung zurück in die Gesellschaft, bilden eigentlich von Beginn an die Legitimation für die Existenz von Information und Dokumentation, der Informationsvermittlung und abgrenzender Bereiche.“

Quellen:

  1. Seeger, T.: Entwicklung von Fachinformation und -kommunikation. In: Kuhlen, R. / Seeger, T. / Strauch, D. (Hrsg.): Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Band 1: Handbuch zur Einführung in die Informationswissenschaft und –praxis. 5. Auflage. K. G. Saur Verlag: München 2004, S. 23-24